Geprüfte Sicherheit
Sicherheit ist oberstes Gebot:
Unsere Leistungen im Digitalen Dokumentenmanagement
Bildung inklusive
Neue Kurse ab September 2017.

Leistungen für Ihr Unternehmen
Unsere Schreinerei hat sich auf die Schwerpunkte Imkereibedarf und Palettenbau spezialisiert. Andere Serien- oder Einzelanfertigungen erfüllen wir nach Kundenwunsch.

Leistungen für lhr Unternehmen
Zum Beispiel:
Digitaldruck in Farbe und schwarz/weiß
Sophie-Scholl-Schule Hanau

Brockenhaus Hanau
Aktuelle Veranstaltungen
und Raumvermietung.

Kompetenzbildung von Menschen mit schweren und schwersten Behinderungen

Zu pflegebedürftig oder verhaltensauffällig für den Berufsbildungsbereich – zu intelligent und lernfähig für die Tagesförderstätte? Wie wird man denjenigen gerecht, die nicht ins Raster der Werkstatt passen?

Besondere Menschen brauchen besondere Angebote…

Der Bedarf zeigte sich zum ersten mal im Jahr 2003, als drei Abgänger der Schule für Praktisch Bildbare in die Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) aufgenommen werden sollten, deren Lehrer sich dafür einsetzten, dass sie trotz ihrer schweren Behinderung ihr Recht auf berufliche Qualifizierung bekommen sollten. Die Werkstatt Steinheim startete das Projekt einer Arbeitsgruppe mit erhöhtem Assistenzbedarf im September 2003. In dieser Gruppe finden diejenigen Mitarbeiter eine Beschäftigung, die in ihrem momentanen Lebensabschnitt nicht in den Berufsbildungsbereich oder eine Arbeitsgruppe aufgenommen werden können oder nicht in die Tagesförderstätte aufgenommen werden sollen. Die Gruppe stellt ein Bindeglied dar, sie soll den Übergang in einen regulären Bereich der WfbM ebnen. Ziel der auf ca. zwei Jahre befristeten Maßnahme ist es, individuelle Lösungen für die Betreuung der Mitarbeiter zu finden, um deren Bedürfnissen und den Anforderungen ihrer Behinderung gerecht zu werden. Um die „Werkstattfähigkeit“ der Einzelnen zu erreichen, wird gezielt das Arbeiten mit allen seinen Herausforderungen wie Ausdauer, Konzentration und Motivation trainiert.

Verhaltensauffälligkeiten werden auf ihre Sinnhaftigkeit für die Person geprüft, Verhaltensalternativen werden angeboten und aufgebaut. Sozialverhalten und das Verhalten in der Gruppe wird geübt. Aber nicht nur das Training der Mitarbeiter gewährleistet eine spätere Integration in den Berufsbildungsbereich oder die Tagesförderstätte: Das Team analysiert genau Stärken und Schwächen und leitet daraus auch Arbeitsbedingungen des Einzelnen ab, die seinen Bedürfnissen entsprechen. Diese werden für die zukünftigen Betreuer als Grundlage für die Arbeitsbedingungen in der neuen Gruppe zusammengestellt.

Wie sieht die Arbeit in diesem Projekt aus?

Die Gruppe von sechs Mitarbeitern wird von einem Heilerziehungspfleger, einer Ergotherapeutin und einer Anerkennungsjahr-Praktikantin der Sozialarbeit angeleitet. Die unterschiedlichen Trainingseinheiten für soziale Fähigkeiten, Lebenspraxis oder Arbeitsfähigkeit sind nach einem Wochen-/Tagesplan gegliedert. So bietet beispielsweise das Frühstück Lernmöglichkeiten wie Tisch decken, Zubereitung von Speisen oder Sozialverhalten bei Tisch. Beim Arbeitstraining werden Aufträge der Werkstatt so aufbereitet, dass sie den Fähigkeiten der Mitarbeiter dort entsprechen. Zum Abschluss des Tages werden die Fördereinheiten dokumentiert.

Welche Erfolge mit dieser intensiven und individuellen Arbeitsweise erzielt werden können, beschreibt das folgende Beispiel:

Der Weg in die Werkstatt von S. S.

Nach dem letzten Praktikum im Januar 2003 in der Tagesförderstätte 3 der Werkstatt Steinheim stand für Herrn S. fest, dass der Eintritt ins Arbeitsleben eine große Umstellung bedeuten würde. Am 1. September 2003 war es dann endlich so weit: Der erste Tag in der Werkstatt. Dabei war wirklich alles neu: Die Gruppenmitglieder, die Betreuer, die Räumlichkeiten und der Tagesablauf. In den ersten Tagen musste sich Herr S. erstmal an alles gewöhnen. Am meisten Probleme bereitete ihm wohl der lange Tag mit einer Dauer über 8 Stunden. So war die Müdigkeit am Morgen doch sehr deutlich zu beobachten. Sehr oft kam von Herrn S. die Bitte, doch wieder ins Bett gehen zu dürfen. Dabei kam es nicht selten vor, dass er seinen Unmut lautstark kundtat und Gegenstände herumwarf. Beißen, Kratzen und Schlagen war seine Art zu „argumentieren“, wenn es um Auseinandersetzungen ging. Mit der Kommunikation klappte es anfangs auch nicht so gut. Herr S. hatte seine eigene Sprache, die in Einwortsätzen bestand. Mit Hilfe seiner Eltern konnten wir jedoch lernen, seine Sprache zu verstehen und mehr und mehr seine Bedürfnisse zu erkennen. Durch wachsendes Vertrauen und kontinuierliche Angebote konnte Herr S. sich immer mehr auf die Dynamik der Gruppe einlassen. Nun ist er sieben Monate bei uns. Seine Kompetenzen im Sozialverhalten und in der Belastbarkeit haben sich in dieser Zeit sehr entwickelt. Er versteht es zunehmend, seine Bedürfnisse zu äußern und sich auf Angebote einzulassen. Mit der Müdigkeit ist es auch besser geworden. Morgens beim Abholen vom Bus ist Herr S. meist schon bester Laune und begrüßt die Mitarbeiter freudig mit Handschlag und einem kräftigen „Moin!“.