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News

23.05.2014
Hilfe für das schwächste Glied in der Kette
„Überwältigt von der Resonanz“ war der Arbeitskreis „Kinder psychisch kranker Eltern“ Main-Kinzig-Kreis und Stadt Hanau während seines Fachtags „Kinder psychisch kranker Eltern zwischen allen Institutionen“, den er im Brockenhaus Hanau ausrichtete. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt und viele Interessierten hätten sich auf einer Warteliste eingetragen, sagte Lili Baumann, Mitarbeiterin der Beratungs- und Frühförderstelle Hanau des BWMK (Behinderten-Werk Main-Kinzig e.V.), die zu den zwanzig Mitgliedern des Arbeitskreises gehört, und in dessen Namen die Teilnehmer zum Fachtag willkommen hieß.
Der Arbeitskreis hat sich 2008 gegründet und setzt sich aus Vertretern von sozialen Institutionen und aus dem Gesundheitswesen im Main-Kinzig-Kreis und in der Stadt Hanau zusammen. „Unser Ziel ist es, Kindern psychisch kranker Eltern und deren Familien in dieser schwierigen Situation zu helfen und eine engmaschige Zusammenarbeit zwischen Gesundheitswesen und Jugendhilfe zu ermöglichen“, erklärte Lili Baumann. Um diese Zusammenarbeit anzustoßen, hatte der Arbeitskreis nun zu einem Fachtag eingeladen und viele Vertreter von Schulen, Kindergärten, Jugendämtern und Sozialdiensten waren der Einladung gefolgt.
Rund 740.000 Erwachsene in Deutschland seien drogen- oder alkoholkrank, 270.000 litten an einer Schizophrenie, 1,2 Millionen hätten eine affektive Störung und rund bei 1,5 Millionen Erwachsene sei eine Angststörung diagnostiziert, erläuterte Tanja Trümmel. Sie ist Kinder- und Jugendpsychotherapeutin, arbeitet seit elf Jahren bei der Vitos Herborn und eröffnete den Fachtag mit ihrem Vortrag „Kinder psychisch kranker Eltern – aus kinder- und jugendpsychiatrischer Sicht“. „Wir haben festgestellt, dass rund 70 bis 80 Prozent der stationär behandelten Erwachsenen mindestens ein minderjähriges Kind haben“, so Trümmel. Diese Kinder seien sehr gefährdet, selbst psychisch zu erkranken. So zeige die Risikoforschung, dass mehr als die Hälfte der stationär behandelten Kinder einen kranken Elternteil hätten. „Es zeigt sich bei diesen Kindern aber nicht zwangsläufig das gleiche Krankheitsbild wie bei den Eltern“, sagte die Kinder- und Jugendpsychotherapeutin. „Sie leiden oft unter Bindungsängsten, Panik- und Suchtstörungen sowie Verhaltensauffälligkeiten wie ADHS.“ Das große Problem bei einer Erkrankung eines Elternteils sei die Unberechenbarkeit der Interaktion zwischen Erwachsenem und Kind, die entweder zu viel oder zu wenig erfolge und das Kind immens verstöre, da es kein Gefühl von Einflussnahme entwickeln könne. Ein weiteres großes Problem sei die Tabuisierung in betroffenen Familien über die Erkrankung zu sprechen. „Die Kinder fühlen sich allein gelassen.“ Außerdem verursache diese Tabuisierung einen sozialen Rückzug der Familie. Hier würden eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit der entsprechenden Hilfestellen, um das Thema zu enttabuisieren und über mögliche Hilfen aufzuklären, helfen, ebenso der Ausbau von niederschwelligen Hilfen und eine Weiterentwicklung der Kooperationen von Hilfe-Systemen.
Eben diese Kooperationen thematisierte im Anschluss Prof. Dr. Sabine Wagenblass von der Hochschule Bremen. „Familiensysteme sind sehr komplex. Wenn sich einer bewegt, geraten alle anderen in Aufruhe und einzelne verrenken sich dann, um das System stabil zu halten, verletzen sich aber selbst dabei“, erklärte Wagenblass die schwierige Situation von Kindern, deren Eltern psychisch erkrankt sind. „Das wurde lange unterschätzt.“ Diese Wechselwirkung müsste bei der Beratung betroffener Familien viel mehr in den Blick genommen werden. Dafür sei es nötig, dass Jugendhilfe und Gesundheitswesen enger zusammen arbeiteten. „Wenn wir kooperieren, können wir an einer Stelle in der Familie Druck wegnehmen und das entlastet alle.“  Die Anzahl der Kooperationen sei in den vergangenen Jahren gewachsen, bereits 2009 hätten 70 Prozent der Jugendämter mit Erwachsenenpsychiatrien zusammen gearbeitet. „Aber das ist qualitativ noch ausbaufähig“, so Wagenblass. Vor allem die Unterschiede in der gesetzlichen Grundlage, im Auftrag und in der Orientierung führten zu Schwierigkeiten. Außerdem fehle die gesellschaftliche Wertschätzung in diesem Bereich. Wichtig sei bei einer solchen Kooperation vor allem Konflikte auszuhalten, sich nicht an Problemen aufzuhängen, sondern gemeinsam Lösungen zu finden, gleichberechtigte Partner im Dialog zu sein und Eltern und Kinder mit einzubeziehen. „Aber es lohnt sich“, sagte die Professorin. „Zufriedenere Fachkräfte, entlastende Familien und vor allem Hilfe für die Kinder, den sie sind immer das schwächste Glied in der Kette."  
Am Nachmittag tauschten sich die Teilnehmer in fünf verschiedenen Workshops mit Experten verschiedener Disziplinen aus. Die Ergebnisse dieser Gespräche wurden anschließend zusammengetragen. „Kooperation ist eine Haltungsfrage“, war ein Ergebnis des Austauschs. Schnelle und unbürokratische Wegen sind den Teilnehmern wichtig, ebenso das Vorurteile gegenüber Jugendämtern abgebaut werden. Sie seien keine Kontrollinstanz, sondern in erster Linie eine Hilfestelle. Schwierig sei es immer, Eltern auf die Vermutung einer psychischen Erkrankung anzusprechen, deshalb wünschten sich die Teilnehmer interdisziplinäre und gemeinsame Fortbildungen wie auch Seminare über psychische Erkrankungen. Die Bedeutung der Familienhebamme, die meistens sehr gut in den Familien angenommen würden und so Hilfe vermitteln könne, wurde herausgehoben, ebenso wie die Wahrung des Datenschutzes. Und am Ende stand der große Wunsch, Brückenbauer zu den unterschiedlichen Disziplinen zu sein, wenn es um das Wohl eines Kindes psychisch kranker Eltern geht.

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