Geprüfte Sicherheit
Sicherheit ist oberstes Gebot:
Unsere Leistungen im Digitalen Dokumentenmanagement
Bildung inklusive
Neue Kurse ab Herbst 2018.

Leistungen für Ihr Unternehmen
Unsere Schreinerei hat sich auf die Schwerpunkte Imkereibedarf und Palettenbau spezialisiert. Andere Serien- oder Einzelanfertigungen erfüllen wir nach Kundenwunsch.

Leistungen für lhr Unternehmen
Zum Beispiel:
Digitaldruck in Farbe und schwarz/weiß
Sophie-Scholl-Schule Hanau

Brockenhaus Hanau
Aktuelle Veranstaltungen
und Raumvermietung.

18.04.2018

Werkstatt im Wandel - Neues Positionspapier der Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen (BAG WfbM)

vorstandspapier2018.pdf

News

04.10.2012
„Die Sophie-Scholl-Schule ist unser großer Traum“

Amy und Jan besuchen gemeinsam die Integrative Kindertagesstätte des Behinderten-Werk Main-Kinzig e.V. (BWMK) in Maintal-Dörnigheim. Nächstes Jahr werden die beiden schulpflichtig, dann sollen sie auch dieselbe Schule besuchen, obwohl Jan mit Trisomie 21 geboren worden ist. Ihre Mütter haben sich für die Sophie-Scholl-Schule entschieden, die in Hanau entstehen soll. Freier Träger wird das BWMK sein. Die inklusive Ganztagsschule wird zum Schuljahr 2013/2014 eröffnet. Mirjam Winkler und Angelika Jungmann erklären ihre Beweggründe für die Wahl der Sophie-Scholl-Schule.

 Für Mirjam Winkler (links) und Angelika Jungmann (rechts) ist es ein großer Wunsch, dass Amy (Mitte) und Jan (2. von rechts) die Sophie-Scholl-Schule Hanau besuchen. Auch ihre kleine Tochter Ginny (2. von links) will Mirjam Winkler später auf diese Schule schicken.

Wann und wie sind Sie auf die Sophie-Scholl-Schule Hanau aufmerksam geworden?

Mirjam Winkler:

Über die Kindertagesstätte bekommt man das meiste mit. Als zur Sprache kam, dass die Schule entstehen sollte, habe ich das gleich erfahren.

 Angelika Jungmann:

Ich gehöre zum kleinen Kreis der Elterninitiative, einer Elterngruppe, die sich in der Frühförderstelle der Lebenshilfe Hanau getroffen hat. Wir haben irgendwann zusammen gesessen und überlegt: Okay, unsere Kinder sind nun alle im Kindergarten. Wie sieht es da mit Schule aus? Ein Jahr vorher wird es Zeit: Jetzt müssen wir mal schauen, welche Schule wir uns für unsere Kinder vorstellen können. Wir sind im Internet und dank Erzählungen auf die Sophie-Scholl-Schule in Gießen aufmerksam geworden und dachten sofort: Das hört sich doch sehr vielversprechend an. Wie steht da die Möglichkeit, so was im Raum Frankfurt oder Hanau anzusiedeln? Und da wir durch die Kindertagesstätte dem BWMK angeschlossen sind, haben wir dort angefragt. Es war unser Glück, dass das BWMK schon einen Schritt weiter war als wir und sich bereits in Gießen erkundigt hatte. Die Schule dort bietet mittlerweile auch Beratungsmodule an. So ist die Idee immer weiter gewachsen.

Warum wollen Sie Ihre Kinder in eine Inklusive Schule schicken?

Angelika Jungmann:

Wenn ich mir die Entwicklung meines Sohnes anschaue, ist der Wunsch da, dass er zu Beginn seiner Schulzeit da abgeholt wird, wo er wirklich steht. Er ist mit Trisomie 21 geboren und entwicklungsverzögert, aber sehr pfiffig und an allem interessiert. Es ist wichtig, dass er als Kind die Chance hat, seine Stärken weiter zu entwickeln. Ich arbeite selbst als Erzieherin, auch teilweise in einem Hort, und sehe wie die Kinder mit den Hausaufgaben und Anforderungen klar kommen – oder halt auch nicht. Da wird relativ schnell die Spreu vom Weizen getrennt, weil im Schulplan festgelegt ist, wie viel Zeit für etwas benötigt werden darf. Da ich berufstätig bin, ist es für mich auch wichtig, dass die Sophie-Scholl-Schule eine Ganztagsschule ist, bei der ich auch weiß, Jan ist gut aufgehoben bis ich von der Arbeit nach Hause kommen. Anderweitig ist die Chance nicht so groß, eine Grundschule zu finden, an die ein Hort angeschlossen ist.

Mirjam Winkler:

Ich selbst bin in Kanada groß geworden. Die Ganztagsschule ist dort alltäglich. Ich bin ein großer Befürworter dieses Systems: Die Kinder werden individuell gefördert. Mit den AGs und Projekten werden die Kinder an der Sophie-Scholl-Schule ganz toll mit eingebunden. Sie kommen nach Hause und haben keine Hausaufgaben mehr. So verlieren sie nicht gleich in den ersten Klassen den Spaß an der Schule. Ich kenne viele Kinder, die sich so auf die Schule gefreut haben, und unter dem Druck, den die öffentlichen Schulen jetzt haben, fast zu Grunde gehen. So wie ich es erzählt bekommen habe, können die Kinder, die die Sophie-Scholl-Schule Gießen verlassen, sehr selbstständig lernen und haben damit ein ganz großes Plus in den weiterführenden Schulen. In öffentlichen Schulen sind die Klassen auch teilweise viel zu groß. Die Kinder gehen als Person sehr unter.

Angelika Jungmann:

Ein weiterer Vorteil der Sophie-Scholl-Schule ist das Lernen zusammen in einer der Gesellschaft ähnlichen Struktur: Behinderte und nicht behinderte Kinder sind zusammen und das ist normal. Jeder kann im Unterricht das beitragen, was er kann und das ist dann für alle okay.

Mirjam Winkler:

Kinder mit und ohne Behinderung sind Sozialisationspartner. Ich habe in meiner alten Firma mit jemandem zusammen gearbeitet, der taubstumm ist. Da Amy in der Kindertagesstätte die Gebärdensprache erlernt hat, konnte ich mich auch ein bisschen mit ihm unterhalten. Ich finde es ganz wichtig, dass die Kinder diesen natürlichen Umgang mit Verschiedenheit erlernen.

Jahrgangsmischung, individuelle Förderung und Ganztagsangebot gehören zu den pädagogischen Grundideen der Sophie-Scholl-Schule - Welche Vorteile sehen Sie in dieser Form des Unterrichts?

Mirjam Winkler:

Bei uns in Kanada waren die ersten Klassen auch jahrgangsübergreifend und das war schön, weil man von den Älteren was lernen konnte, bei den Hausaufgaben Hilfe von ihnen bekommen hat und auch individuelle Fragen stellen konnte. Es macht einfach Spaß, mit Älteren und Jüngeren zusammen zu sein und auch den Jüngeren zu helfen.

Angelika Jungmann:

Wenn ich mir jetzt das normale Schulsystem vorstelle mit einem Lehrer, der den Stoff weiter gibt, sehe ich für ein multiprofessionelles Team wesentlich mehr Möglichkeiten, auf die Stärken der einzelnen Kinder einzugehen. Da kann man Bildungsinseln schaffen, wo sich die Kinder nach ihren Fähigkeiten mit einem Thema beschäftigen und das Ganze dann in der Klasse zusammentragen.

Gibt es auch Punkte, die Sie kritisch sehen?

Angelika Jungmann:

Ich denke, es wird wie in jeder anderen Schule ein bisschen Zeit brauchen, bis alles rund läuft. Aber das ist eine Zeit, die ich jedem neuen Projekt geben werde und wo ich als Elternteil unterstützend dahinter stehe. Man muss dem ein bisschen Zeit lassen, damit das Ganze auch zusammen wachsen kann: das Team, was dann dort arbeitet, die Kinder, die sich in der Klasse zusammen finden, die ganzen häuslichen Gegebenheiten und was vielleicht noch verändert werden muss.

Mirjam Winkler:

Es wird anfangs Schwierigkeiten geben – sicher. Aber wenn man dem eine Chance gibt und selbst mit anpackt, dann denke ich sehr positiv darüber.

Was können behinderte von nicht behinderten Kindern lernen?

Angelika Jungmann:

Ich sehe die Kinder, mit denen mein Sohn zusammen ist, fast als Geschwister an. Er orientiert sich an ihnen. Wenn wir als Eltern etwas sagen, hat das eine ganz andere Gewichtung, da hört man manchmal lieber weg, aber wenn einem der Freund genau das Gleiche ins Ohr ruft, ist das interessant. Jan ist jemand, der unwahrscheinlich neugierig und immer offen ist für etwas, was er noch nicht kann. Jetzt ist er sechs Jahre und versucht wie jedes andere Schulkind an seine Grenzen zu gehen und darüber hinaus. Er macht damit seine Erfahrungen. Er sieht auch wie andere Kinder mit Erfolgen oder Misserfolgen umgehen. Die Gleichaltrigen und die Älteren sind so die Hilfe, die er zwischendurch braucht, ob das jetzt die sprachliche oder kognitive Entwicklung ist.

Und umgekehrt?

Mirjam Winkler:

Ich sehe es an meiner großen Tochter: Die Kinder lernen mit Behinderung umzugehen, auch mal Vorsicht walten zu lassen, aber auch sich zu streiten. Sie nehmen die behinderten Kinder wie alle anderen Kinder an. Sie sehen auch mal Dinge aus einer anderen Sichtweise, nicht nur aus der vorwärts geprägten. Sie lernen, auch mal inne zu halten, einen Schritt zurück zu gehen und etwas noch mal zu vertiefen. Die Kinder lernen, dass Behinderung zur Normalität gehört.

Was hält Ihr Kind von der Idee, eine Inklusive Schule zu besuchen? Mirjam Winkler:

Amy freut sich riesig auf die Schule. Sie sagt zwar, sie würde gerne mit ihren Freundinnen in die Regelgrundschule gehen, aber ich denke, sie geht ganz offen auf die Sophie-Scholl-Schule zu. Ihre Freunde wird sie nach wie vor noch in den AGs und Vereinen sehen, wo sie mitmacht. Und je mehr Menschen man kennen lernt, umso offener geht man damit um. Das bereichert auch. Ich schicke mein Kind nicht einfach auf irgendeine Schule, nur weil da die Freunde aus dem Kindergarten auch hingehen.

Angelika Jungmann:

Jan freut sich total. Wo gehst du denn hin in die Schule, frage ich ihn und er antwortet: ,Sophie-Scholl-Schule`. Hoffen wir mal, dass es klappt. Für unsere wohnortnahe Schule soll jetzt irgendwann das Fördergremium einberufen werden, weil sie erst mal prüfen will, was Jan braucht und ob sie das als Einzelintegrationsmaßnahme überhaupt gewährleisten kann. Das läuft alles relativ schleppend. Und deshalb bestärke ich ihn auch, dass er in Hanau in die Schule geht. Das ist unser großer Traum.

Was kann inklusive Bildung von Anfang an verändern?

Angelika Jungmann:

Ich denke schon, dass sie den Druck aus dem Schulsystem herausnimmt. Meine ältere Tochter Alina ist der erste Jahrgang, der G8 mitgemacht hat, und sie sagt selbst, dass ihr ein weiteres Schuljahr sehr gut getan hätte. Sie sei noch gar nicht in der Lage, zu schauen, wo ihr Weg nach dem Abitur hingeht. Das sei alles viel zu schnell gegangen. Die inklusive Bildung ermöglicht es, dass man das, was man gerne macht, ausleben und auch schauen kann, ob das eine Stärke ist, die man für sein weiteres Leben entwickeln kann. So kann man sich stärken, um auch in Bereichen, die man nicht gerne macht, zurecht zu kommen.

Mirjam Winkler:

Das wird es ja in der Sophie-Scholl-Schule auch geben: Die Kinder müssen auch mal das machen, was sie nicht so mögen. Ein paar Bereiche müssen sie einfach ergründen. Aber das Zeitfenster, das sie dafür haben, ist größer. Ich hoffe, dass das irgendwann überall Usus ist.

Angelika Jungmann:

Das ist auch für das Lehrerteam eine ganz andere Chance der gemeinsamen Arbeit: Die Lehrkräfte können auch mal Bereiche gemeinsam erarbeiten und gemeinsam reflektieren, sich ein Kind und dessen Entwicklung von verschiedenen Seiten anschauen, und müssen nicht nur alleine dafür verantwortlich sein.

Wie haben Familien- und Freundeskreis auf Ihre Entscheidung für die Sophie-Scholl-Schule reagiert?

Angelika  Jungmann:

Die fanden es generell ganz toll, das es so etwas schon gibt. Unser Vorteil ist ja auch, dass wir von den Erfahrungen der Sophie-Scholl-Schule in Gießen profitieren können. Was sie in zehn Jahren an Entwicklung durchgemacht hat, können wir als Startkapital mitnutzen. Wir haben uns das Konzept in Gießen und Bad Nauheim von der Elterninitiative schon in der Praxis angeschaut und wenn man das erzählt, finden das viele ganz toll und sagen: Schade, dass es so etwas bei uns noch nicht gegeben hat. Da wäre ich auch gerne hingegangen.

Mirjam Winkler:

Bei mir war das eher eine Achterbahnfahrt. Meine Oma und meine Mutter sind ganz große Befürworter der Schule. Andere haben gemeint: Ach ja, musst Du jetzt so übertreiben? Ist das nicht ein bisschen überfürsorglich? Eine normale Schule tut es doch auch. Dann überleg mal, die Fahrtzeit. Ich denke aber, wenn sie sich mit dem Schulkonzept beschäftigen würden, würden auch sie es befürworten. Ich bin überzeugt davon. Viele denken bei inklusiver Schule auch an eine Elite-Schule, da wurde ich auch schon schräg angeguckt. Sicher bezahlt man für so eine Schule seinen Beitrag, aber ich müsste auch meinen Beitrag für einen Hort bezahlen und der ist nicht gerade billig.  

Was erhoffen Sie sich für die Schulzeit Ihres Kindes?

Angelika Jungmann:

Im Prinzip erhoffe ich mir, dass Jan am Ende dieser Grundschulzeit so viel Spaß an der Schule hat, dass er problemlos in einen anderen Bereich überwechselt – wie auch immer der aussehen mag, das kann man jetzt noch nicht sagen. Und ich wünsche mir, dass er neue Freunde findet.

Mirjam Winkler:

Für mich ist es ganz wichtig, dass meine Tochter den Spaß an der Schule nicht verliert. Viel besser ist es, wenn sie sich unter weniger Druck das aneignen kann, was der hessische Schulplan vorgibt. Ich denke nicht, dass sie als Schülerin der Sophie-Scholl-Schule irgendetwas verpasst.

Alles, was Eltern über die Sophie-Scholl-Schule Hanau wissen müssen, erfahren sie beim Elternabend am Mittwoch, 10. Oktober, um 19.30 Uhr im Brockenhaus in der Hanauer Lamboystraße 52. Interessierte sind herzlich willkommen.

Datenschutz
Lesen Sie jetzt hier unsere Datenschutzerklärung.


Jetzt E-Bikes mieten!
Jahresbericht 2016
Hofgut Marjoß
Bio-Lebensmittel vom Hofgut Marjoß. Der reine Genuss!