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18.04.2018

Werkstatt im Wandel - Neues Positionspapier der Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen (BAG WfbM)

vorstandspapier2018.pdf

News

19.01.2012
„Die Chancen sehen, nicht die Defizite“

Mut, Einfallsreichtum und Zusammenarbeit sind gefragt, um die Herausforderungen der Zukunft annehmen zu können – das war eine der Kernbotschaften von Dr. Winfried Kösters, Politologe und Publizist, der beim Neujahrsempfang des Behinderten-Werk Main-Kinzig e.V. (BWMK) über den demographischen Wandel und seine Auswirkungen auf Gesellschaft und soziale Arbeit sprach.

Martin Berg, Doris Peter und Dr. Winfried Kösters sprachen beim Neujahrsempfang.

Der Ort hätte für das Thema kaum geeigneter sein können: Denn das BWMK hat der historischen Villa von 1908, die einst als „Offiziers-Speiseanstalt“ diente, eine neue Bestimmung gegeben:  Im „Brockenhaus Hanau“ werden Menschen unterschiedlicher Herkunft und mit unterschiedlichen Eigenschaften künftig gemeinsam arbeiten, von- und miteinander lernen und  die unterschiedlichen Angebote des Hauses nutzen können. Im Café Samocca, das ab 20. Januar seine Türen für alle Interessierten öffnet, sowie im Kunstatelier im Obergeschoss  des Brockenhauses sind Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen entstanden. Weitere Arbeits- und Qualifizierungsmöglichkeiten  bieten die Zigarrenmanufaktur und der Gebrauchtwarenverkauf, die nach Ostern den Betrieb aufnehmen werden. Insgesamt werden rund 30 Menschen mit Behinderungen im Brockenhaus Beschäftigung finden – und freuen sich auf viele Kunden und Besucher. Über 300 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, unter ihnen Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky und Landrat Erich Pipa, waren der Einladung des BWMK zum Neujahrsempfang  gefolgt und wurden vom Vorstandsvorsitzenden Martin Berg, seinem Stellvertreter Joachim Schröck sowie der Verwaltungsratsvorsitzenden Doris Peter willkommen geheißen.

Als erste Rednerin trat Ingrid Krebs ans Mikrofon. Sie ist Mitglied des Werkstatt-Rats im BWMK, einer Interessenvertretung für die Beschäftigten in den Werkstätten für Menschen mit Behinderung (WfbM). Sie begrüßte, dass im Brockenhaus neue Arbeitsplätze entstehen und betonte, dass Menschen mit Beeinträchtigung im Gesellschafts- und Arbeitsleben mitwirken wollen. Der Austausch sei wichtig – ebenso wie die Ausbildung des Nachwuchses.

Wie wichtig es ist, allen Menschen mit Wertschätzung zu begegnen und ihre Anliegen ernst zu nehmen, machte Doris Peter, die Verwaltungsratsvorsitzende des BWMK, in ihrem Redebeitrag deutlich. Das BWMK setze auf den Dialog mit den verschiedenen Interessengruppen und arbeite an bedarfsgerechten Lösungen – immer mit dem Ziel, Menschen mit Beeinträchtigungen und ihre Familien  bei der Lebensführung zu unterstützen. So sei beispielsweise das Schwanennest entstanden, ein Haus zur Kurzzeitbetreuung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung in Hanau, das im April 2011 den Betrieb aufgenommen hat. Peter nannte das Schwanennest eine „Erfolgsgeschichte von Anfang an“, da sich Eltern und Angehörige schon lange eine solche Einrichtung gewünscht hätten und das BWMK eine Angebotslücke geschlossen habe.  Nun habe das BWMK mit dem Brockenhaus ein neues Beschäftigungsprojekt geschaffen – und kümmere sich um viele weitere Themen. Vor allem das Thema Bildung sei von großer Bedeutung für Menschen mit Beeinträchtigung, denn „ohne Bildung keine Teilhabe“, erklärte Peter.  Deshalb prüfe das BWMK die Möglichkeit, eine inklusive Schule in Hanau zu gründen und zähle auf die Unterstützung von Stadt und Landkreis.  Um zu erreichen, dass Menschen mit Beeinträchtigung in die Gesellschaft eingebunden werden, seien Zusammenarbeit und gute Ideen notwendig, aber auch finanzielle Mittel. Das BWMK bringe sein Wissen und seine Kompetenz gern ein, um soziales Miteinander zu gestalten, und freue sich im Gegenzug über den Einsatz von Vertretern aus Politik und Wirtschaft, Förderern und Freiwilligen.
Diesjähriger Gastredner war Demographie-Experte Dr. Winfried Kösters

Dass es gemeinsamer Ziele und gemeinsamer Arbeit bedarf, um auf die Zukunftsfragen Antworten zu finden, machte Dr. Winfried Kösters in seiner Rede deutlich. Es sei kein Geheimnis, dass sich die Gesellschaft in Deutschland in einem krassen Wandel befinde:
Die Bevölkerungszahl werde durch den Geburtenrückgang  in den nächsten zwei Jahrzehnten deutlich sinken, die Lebenserwartung steige, und die Zahl der Zugewanderten beziehungsweise Zuwanderer nehme zu. Das heißt: „Wir werden weniger, älter und bunter“, erklärte Kösters. Diesen Wandel gelte es anzunehmen und zu gestalten. Im Main-Kinzig-Kreis beispielsweise werde das Durchschnittsalter der Einwohner von 43,3 Jahre (2010) auf 50,2 Jahre (2030) steigen – bei gleichzeitigem Bevölkerungsrückgang. „Wir brauchen ein neues Bild vom Alter, von den Alten und vom Altern“, formulierte Kösters eine der Kernbotschaften. Gleichzeitig nehme der Migrantenanteil in der Bevölkerung zu. „Hier sollten wir die Chancen sehen, nicht die Defizite“, erklärte Kösters. Als wichtige Handlungsfelder für die Kommunen nannte Kösters unter anderem Integration, Infrastruktur, Kinder- und Familienfreundlichkeit, Finanzen und freiwilliges Engagement.
Durch die demographische Entwicklung fehlten bis 2026 in Deutschland rund 6,5 Millionen Erwerbspersonen.  Deshalb müssten alle verfügbaren Potenziale genutzt werden. In der Arbeitswelt könne man auf kein Talent verzichten und werde Frauen, Zugewanderte und Zuwanderer, ältere Menschen, Jugendliche ohne Schulabschluss und Menschen mit Behinderung verstärkt berücksichtigen müssen.  Sozialunternehmen wie dem BWMK komme dabei eine wichtige Rolle zu. Es gelte zu informieren und zu sensibilisieren. „Sie müssen Multiplikatoren einbinden, Ziele definieren und Prioritäten festlegen“, riet Kösters. Er rief dazu auf „in Zielen zu denken, nicht mehr nur in Maßnahmen.“  Es sei wichtig, den Mut zu haben, aus bestehenden Denksystemen herauszutreten.

BWMK-Vorstandsvorsitzender Martin Berg sprach das Schlusswort und zitierte einen Aufsatz  des Publizisten Heribert Prantl (Süddeutsche Zeitung), in dem es um Chancen, Talente und sozialen Status geht – und die absolute Zufälligkeit des Umstands, wer davon profitiere und wer nicht. Damit leitete Berg über zum Wesen des Sozialstaats, dessen wichtigste Aufgabe es sei, Ausgleich zu schaffen. Das Sozialunternehmen BWMK biete Menschen mit Beeinträchtigungen Chancen und Möglichkeiten zur Qualifizierung und Beschäftigung, „denn Arbeit ist das verbindende Element in der Gesellschaft und damit von großer Bedeutung für soziale Kontakte“, sagte Berg. Arbeit für die Gemeinschaft und Gesellschaft sei von grundlegender Bedeutung und müsse den Rang bekommen, der ihr gebührt.

Das Interesse am Neujahrsempfang des BWMK war groß.

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