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18.04.2018

Werkstatt im Wandel - Neues Positionspapier der Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen (BAG WfbM)

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News

16.08.2010
Neue Miethühner an Bord

 

Mitarbeiter des Hofguts Marjoß vor einem der mobilen Hühnerställe.

 „Mieten Sie ein Huhn!“ – dieses Angebot entlockt den meisten zunächst ein Lächeln. Wer aber einmal die Eier der frei laufenden Hühner vom Bioland-Hofgut in Steinau-Marjoß gegessen hat, ist von der Qualität überzeugt. Deswegen hat der landwirtschaftliche Betrieb, in dem zurzeit rund 40 Menschen mit Behinderung Arbeit finden, den dritten mobilen Hühnerstall bestellt. Dadurch können jetzt insgesamt 650 Hühner frei auf der Wiese umherlaufen und Eier legen – ist die Weidefläche abgenutzt, zieht der Stall um. Unsere Zeitung sprach mit Dietrich Hunsmann, Leiter des Hofguts, über das erfolgreiche Projekt.

Frage: Wer hat das Miethuhn-Konzept ersonnen und seit wann läuft es?

Hunsmann: 2008 wurde der erste Stall angeschafft – wir haben die Eier zunächst ab Hof sowie im 1-2-3-Markt in Bad Soden-Salmünster und im Café Lili Marleen in Gelnhausen verkauft. Die Idee, Hühner zu vermieten, kam von Christa Hummel, der Leiterin unserer Reha-Werkstatt „Alte Wäscherei“ in Bad Soden-Salmünster. Dort wird auch der Vertrieb der Eier organisiert.

Frage: Wann wurde der erste Stall angeschafft, wann der zweite?

Hunsmann: Der zweite  Stall wurde im Mai 2009 angeschafft, nachdem die Nachfrage permanent über dem Angebot lag.

Frage: Wie viele „Mieter“ gibt es zurzeit?

Hunsmann: Es sind relativ konstant um die 100 Miet-Kunden, die wöchentlich sechs Eier beziehen. Mietverträge werden auch gern als Geschenk genutzt – als Alternative zum Blumenstrauß.

Frage: Wo werden die Eier überall zum Verkauf angeboten?

Hunsmann: Über den Naturkostladen „Paradieschen“ in Geiselbach, der einen  Bio-Gemüse-Abokisten-Service anbietet, seit Sommer 2009 im Kaufhaus Lauber in Hailer-Meerholz, im Biolädchen in der Barbarossa-Werkstatt Gelnhausen, der Alten Wäscherei in Bad-Soden-Salmünster, im Café Lili Marleen, im 1-2-3-Markt und den beiden mobilen Supermärkten des Behinderten-Werk Main-Kinzig – und natürlich über den Miet-Service.

Frage: Wie viele Hühner passen in einen mobilen Stall?

Hunsmann: In den alten 200, in die beiden neuen jeweils 225 Hühner.

Frage: Wie oft wird der Standort des Stalls gewechselt?

Hunsmann: Alle 14 Tage, beziehungsweise nach Bedarf, sobald die Fläche abgeweidet ist.

Frage:  Wie viele Menschen mit Behinderung sind mit der Pflege der Hühner, Stallarbeiten und Eier-Verpackung beschäftigt?

Hunsmann: Das Stallteam besteht aus 3-4 Personen, das Team in der Packstelle aus 2 Personen.

Frage: Um wie viele Mitarbeiter wurde das Team aufgestockt?

Hunsmann: Der 3. Stall ist seit Ende Juli im Einsatz. Noch sind die Eier klein, aber die Hühner geben sich alle Mühe. Durch den neuen Stall haben wir  zwei zusätzliche anspruchsvolle Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung bekommen.

Frage:  Wer stellt solche Ställe her?

Hunsmann: Ein Tüftler aus Witzenhausen, Firma Stallbau Weiland (huehnermobil.de) hat das System für 500, 750 und 1200 Hühner in den 1990er Jahren entwickelt und 2007 erstmals einen für unseren Standort passenden „handlichen“ Mobilstall für 200 Hühner gebaut.

Frage: Wo werden die Hühner nachts untergebracht – und was tun sie im Winter?

Hunsmann: Die Hühner sind nachts ganzjährig im Stall untergebracht, der auch bei  minus 20 Grad frostfrei bleibt. Futter und Wasser, 50-Meter-Stangen als Schlafplatz und Legenester mit weichen Dinkelspelzen sind immer an Bord. Unter solchen Bedingungen legen die Hühner auch im Winter gut.

 Frage: Mögen Sie selbst Eier? Wenn ja, wie am liebsten?

Hunsmann: Seitdem wir hier die Hühner in dieser Haltungsform haben, esse ich Eier mit ganz anderem Bewusstsein. Am liebsten das Frühstücks-Ei vom Hofgut am Sonntagmorgen. Da sieht man und schmeckt man, was man hat!
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